lillie-chico

„Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“ So steht’s geschrieben, gleich im 1. Paragraphen des TierSchG, wie das Tierschutzgesetz so lustig abgekürzt wird. Worüber noch keine Einigkeit herrscht, sind die Fragen, was Schmerzen, Leiden und Schäden sind und vor allem, was ein vernünftiger Grund ist. Da gehen die Meinungen weit auseinander.

So gibt es einen vernünftigen Grund für Schmerz, Leid und Schäden, wenn der geneigte kostenbewusste Konsument im Gegenzug besonders preiswerte Hühnerbrustfilets für nur Einsneunundneunzig bei Aldi bekommt.

Die Hühner 20 Stunden lang quer durch Europa zum Schlachthof zu fahren, weil die Lohnnebenkosten da so niedrig sind, stellt wiederrum keinen vernünftigen Grund dar, dass die armen Tiere leiden müssen. Deshalb unterschreibt der tierliebe Mensch auch die 8Hours-Kampagne.

Anders verhält es sich wiederrum, wenn es Hunde sind, die 20 Stunden quer durch Europa gefahren werden. Dafür gibt es schliesslich einen guten Grund. Die Hundies werden ja gerettet. Und selbstredend weiss der moderne Straßenhund von Welt, dass er in das Land, in dem Milch und Honig fliessen befördert wird, während das dumme Huhn den nahenden Tod direkt vor Augen wähnt.

Ein weiterer vernünftiger Grund, Schmerzen, Leiden und Schäden insbesondere beim Hund in Kauf zu nehmen, ist die Eitelkeit modebewusster Hundefreunde. So eine schicke krummbeinige Qualzucht macht sich einfach prima, sieht witzig aus, ist teuer und auffälliger als das neueste Smartphone. So ein kleiner Kurznasiger zum Beispiel hat den riesen Vorteil, dass jeder selbst bei absoluter Dunkelheit mitbekommt, dass man so ein Accesoire sein Eigen nennt. Er schnorchelt so witzig vor sich hin.

Das so ein Racker kaum in der Lage ist zu atmen, gerne mal nach dem Fressen umfällt nimmt man gern in Kauf. Dafür gibt es Spezialfutter und OPs. Und die moderne Veterinärmedizin macht möglich, dass sich die Tierchen  trotz viel zu schmaler Becken, zu kurzer Beine und zu großen Köpfen sogar fortpflanzen können. Naja, künstliche Befruchtung und späterer Kaiserschnitt vorausgesetzt. Aber immerhin.

Der größte Stolz des Bulldogbesitzers? Der Hund kann atmen! Was für eine Errungenschaft.

Genauso kompliziert wie die Sache mit dem vernünftigen Grund ist die Definition von Schmerzen, Leiden und Schäden.

Das jegliche Form wie auch immer gearteter Körperlichkeit ganz klar einen Verstoß gegen §1 TierSchG darstellt, haben wir ja inzwischen gelernt und haken das Thema ab.

Nun gibt es aber eine Menge Menschen, die schon den direkten Blickkontakt als Gewalteinwirkung ansehen, ein „Nein“ als inakzeptables Bedrohungsszenario ansehen und sich dem entsprechend erheiternde Methoden haben einfallen lassen, mittels virtuellen Erdbeertee und Flickendecke die absolute Harmonie in die Mensch-Hund-Beziehung zu säuseln. So wird aus dem Kommando ein Wunsch, weil Kommando schon so klingt, als würden gleich die Stachelwürger ausgepackt.

Jetzt bin ich ja ein lernfähiges Kerlchen und möchte nicht in den Verdacht geraten, ich wäre einer dieser Tierquäler. Also habe ich mit meinen Hunden den Selbstversuch gemacht, habe mich ernsthaft eingelesen in die verschiedenen heilsbringenden Methoden und habe es ausprobiert.

Hat nicht geklappt, aber war wohl klar. Wie eine junge Frau bei Facebook schrieb, man muss sich darauf einlassen können. Ich persönlich vermute ja eher, dass mein Versuch, mit hoher Fistelstimme ein einigermaßen sauberes „Hiiiiiiieeeeeea, feiiiiiiiin“ hinzubekommen, auf meine Hunde wirkte, wie ein Axtmörder, der gerade sein nächstes Opfer in den weissen VW-Bus locken will. Aber es lag bestimmt an diesen inneren Konflikt und meine Unfähigkeit, mich auf neues, besseres einzulassen.

Ich glaube, meine Hunde mögen’s eher direkt. Alttestamentarisch! Betrittst du mein Grundstück, bist Du fällig. Auge um Auge. Legst Du deinen Kopf auf, gibt’s einen auf die Mütze. Markierst Du in mein Revier. BÄM. Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse friedliebenden Miteinanders sind ihnen augenscheinlich fremd, Regeln der Gastfreundschaft auch. Und Teilen erst recht. Sie sind halt Hunde und so behandeln sie ihr Gegenüber. Hart aber herzlich, so sind meine lieben Kleinen. Gerade noch wild geprügelt, jetzt schon wieder Kontaktliegen auf dem Sofa.

Und damit komme ich wieder zu der Frage nach den Schmerzen, Leiden und Schäden. Und nach dem vernünftigen Grund.

Denn, wenn man sich die Mühe macht, dieses Gesetz weiter als bis §1 zu lesen, stösst man gleich in §2 auf folgende bemerkenswerte Formulierung.

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

  1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
  2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,
  3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

Verhaltensgerecht heisst das Zauberwort. Und artgemäß.

Wo zum Teufel hat dieses ganze Rumgekasper, dieses „Lalala“ und „kommkommkomm“ etwas mit Verhaltensgerechtigkeit dem Hund gegenüber zu tun? Gibt es einen vernünftigen Grund dafür, Hunde wie kleine Kinder zu behandeln, die sie nicht sind? Was mittlerweile sogar soweit führt, dass sich Befürworter der gewaltfreien Erziehung genötigt sehen, sich von diesem Dummquatsch öffentlich distanzieren.

Ist es keine dauerhafte Qual für einen Hund, wenn man nicht verhaltensgerecht mit ihm kommuniziert? Wenn man ihn nicht wie einen Hund behandelt? Wenn man ihm Probleme unterstellt, die er garnicht hat und Lösungen bastelt, die er nicht versteht? Ist es nicht unfair, wenn man zum Zwecke des eigenen Wohlgefühls den Hund an schwierige Situationen vorbeitrickst anstatt ihm die Chance zu geben, daran zu wachsen? Verursacht es nicht dauerhafte Schäden, wenn man dem Hund sein Wesen und seine Art verbietet, nur damit es immer schön harmonisch bleibt? Und, ist es nicht tierschutzrelevant, den Hund mit Leckerchen vollzustopfen, anstatt sich selber in die Beziehung einzubringen?

„Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“ So steht es im Tierschutzgesetz.

68 Kommentare
  1. Stephanie
    Stephanie sagte:

    Nix gegen klare Kommandos, aber wenn der ach so geliebte Hund sich bei jedem Sitz Kommando AUF die Rute setzt. – Und wenn er sich nicht sofort setzt, ihm heftig auf den Fuß getreten wird, da gehöre ich doch lieber der Dutiduti-Fraktion an und wiederhole 1000 mal, bis es klappt ;)

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    • Regine
      Regine sagte:

      Ich brücke auch. Lalalala. Dinge, die man nicht kennt, sollte man nicht verteufeln. Für Sie mag das Kindersprache sein. Ist es für den Hund aber nicht. Geht auch nicht, weil Hund kein Kind und so.

      Mich erstaunt dieser Satz: “Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.” So steht es im Tierschutzgesetz.

      Interessant, wie das auch in anderen Bereichen gedehnt wird. Sind Sie nicht ein Anhänger des Herren, der Schäferhunde mit Metallnäpfen verprügeln lässt?

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      • Normen
        Normen sagte:

        Sie unterstellen mir, dass ich die IB nicht kenne – so eine Frechheit! Der Satz, der Sie so erstaunt, ist der erste Paragraph des deutschen Tierschutzgesetzes. Und den Hund mit Lalala für dumm zu verkaufen ist genauso fragwürdig wie ihn mit einem Napf zu hauen. Klarer Verstoss gegen §2! Tierquälerin, Pfui!

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        • Tanja
          Tanja sagte:

          Ich weiß ja nicht, aber mir hat die intermediäre Brücke beim „Problem“ *Hund läuft nicht ohne Unterbrechung zu mir, weil Duftnoten ihn ablenken“ geholfen. Ich brauche sie nicht einmal mehr. Ich wüsste nicht, warum ich da meinen Hund für dumm verkauft hätte, ich habe lediglich seine Aufmerksamkeit aufrecht erhalten.

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          • Normen
            Normen sagte:

            Die Intermediäre Brücke ist nichts anderes, als das, was so ziemlich jeder Hundehalter eh tut – mehr oder weniger unbewusst. Einfach so, ganz ohne neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Verarsche liegt darin, das als „Methode“ oder wie auch immer zu verkaufen. Und wenn Mrs B.B-Gewaltfreiking über Neurobiologie im Zusammenhang mit Gewaltfreiheit philophopiert, dann hilft ein Blick in die im Internet offen zugänglichen Versuchsanordnungen. Ich hoffe inständig, dass den Hunden das Hirn nicht freigelegt wurde, nur um rauszufinden, dass „lalala“ was anderes sein soll als „Rex, komm her – na komm – hier her“ … Oder spritzt die Dame sich morgens erstmal ein Kontrastmittel – quasi als Ersatz für den ersten Kaffee?

          • Antje Herchenhahn
            Antje Herchenhahn sagte:

            Normen, da wirst du jetzt unsachlich ;-) Im Blog lese ich das gern, in der Diskussion finde ich es nicht zielführend. Natürlich setzen viele Leute ohne das Fachwort zu kennen IBs ein, aber sehr häufig ohne sinnvollen Kontext. (wobei ich das in einigen der präsentierten Videos auch so beurteilen würde). Als IB kann man es ja sinnvollerweise nur bezeichnen, wenn es in einem erkennbaren Kontext zum gewünschten Verhalten steht. Und wie bei allen Methoden ist gut gemeint meist schlecht gemacht. Und generell gibt es in der Wissenschaft wenig Neuerfindungen sondern viel Beobachten – Analysieren -Benennen. Wissenschaft wird nicht weniger wertvoll, nur weils das schon gab.

  2. Manina
    Manina sagte:

    Ja, ein Hund braucht klare Ansagen u. Regeln. Dann ist das Verhältnis stressfrei u. macht Mensch u. Hund Spaß. Das ganze kann auch sehr nett ablaufen, aber zu Stefanie: in einem Rudel wird der Alphahund auch nicht Dutiduti sagen u. 1000 Male warten, bis der Andre endlich mag…

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    • Tanja
      Tanja sagte:

      1. Du bist kein Hund, dein Hund weiß das (innerartliche Kommunikation ist etwas komplett anderes)
      2. Es gibt keinen Alphahund (kannst du gerne ergooglen, ich habe die Erfahrung gemacht, dass Links gerne ignoriert werden)
      3. „Sitz“ ist ein unnatürliches Kommando, kein Hund verlang ein Sitz vom anderen

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      • Stefan
        Stefan sagte:

        1. kommt der Hund nicht aus seinem natürlichen Verhaltens- und Kommunikationsmuster raus
        2. doch einen Alpha gibt es – kommt auf die Definition an, eine soziale Gemeinschaft kann ohne Führungspersönlichkeit nicht existieren weil Intressenskonflikte vorprogrammiert und somit geregelt werden müssen
        3. falsch, eine Mutterhündin bringt (aus nachvollziehbaren Gründen) bereits dem Welpen beim Säugen ein „Sitz“ bei und verlangt es später auch
        LG Stefan

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        • Tanja
          Tanja sagte:

          1. Deswegen kann man es dennoch nicht übertragen, der Hund wird sich immer wie ein Hund verhalten, JA KLAR – allerding wird der Hund immer wissen, dass du kein Hund bist und du kannst nicht immer und so nuanciert wie ein Hund kommunizieren
          2. Das bestreitet niemand, allerdings ist das „Leittier“ weder despotisch, noch erzieht es, noch tut es irgendetwas von den Dingen, die Aversivreize im Training rechtfertigen würden
          3. Na das hätte ich dann doch gern bewiesen. Und selbst wenn – das ist auf eine bestimmte Handlung konditioniert und kann vom Menschen nicht nachgestellt werden.

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  3. Maja
    Maja sagte:

    Es ist doch einfach fairer dem Hund gegenüber deutlich und klar zu sagen was geht und was nicht, anstatt ihn wochenlang erraten und erahnen zu lassen, was ich „lalalaalaa“ „feinifein“, stopf Leberwurst in ihn herein… eigentlich von ihm will! DAS verunsichert den Hund doch… Aber sieht ja soo nett aus…
    Weiter so, ich liebe diesen Blog! :D

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  4. Mandy
    Mandy sagte:

    Ich finde es sehr schade, dass der so gut beginnende Artikel mit solchen *mit Verlaub* eher unausgegorenen Erziehungs-Statements endet. Und schon grüßt auch prompt der nicht existente Alpha-Hund… 8-) Braucht man denn sowas wirklich noch in 2013?

    Beste Grüße,
    Mandy

    Antworten
      • Mandy
        Mandy sagte:

        Und Beziehung hat so viel mit „klaren Ansagen“ und „Bäm“ zu tun? ;-)
        In gefestigten Hundegruppen in guter Haltung braucht man doch eher ne ganze Menge Geduld, um „Bäm“ überhaupt mal zu sehen.

        Deinen Einwurf zum Alpha verstehe ich so, dass Du dies auch als veraltetes Konzept betrachtest?

        Beste Grüße,
        Mandy

        Antworten
        • Normen
          Normen sagte:

          Zumindest hat Beziehung was mit Ehrlichkeit zu tun. Und meine Hunde kommunizieren untereinander sehr sozial. Da gehört bäm genauso dazu wie kontaktliegen. Alphas sind Männer Jenseits der 50, die ihr Pils am liebsten auf dem hundeplatz trinken. Und alle heißen sie Hasso!

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          • Mandy
            Mandy sagte:

            Ja, da stimme ich wiederum zu: Ehrlichkeit im Umgang / authentisches Verhalten / Fairness – wie auch immer man es nennen mag – sind auch aus meiner Sicht die wichtigsten Sachen überhaupt, um wirklichen Zugang zu Hunden zu finden.

            „Hau-druff-Methoden“ sind grundlegend falsch und entbehren jeder vernünftigen Grundlage – aber auch ein „Vertüdeln“ der Tiere – was dann leider oft damit einhergeht, dass die grundlegenden Hunde-Bedürfnisse nach Bewegung, innerartlichem Sozialkontakt etc. nur noch eine untergeordnete Rolle spielen – ist auch nix.

            Ich denke, ein gesunder Pragmatismus macht am ehesten glückliche Hunde und glückliche Menschen.

            Konditionierung über Leckerlies – oder welche heißtgeliebte Bestätigung auch immer – hat ja durchaus ihre Berechtigung. (Hunde lernen ja nunmal wie alle anderen auch hervorragend über positive Bestärkung. Man wäre ja dusselig, sich dies nicht effizient zunutze zu machen. ;-))

            Aber letztendlich dreht sich im Leben wiederum natürlich nicht alles um Konditionierung. In Normalfalle lebt man ja einfach gemeinsam vor sich hin – und die Bande, die sich durch gemeinsames Erleben des Alltags und gemeinsame Unternehmungen bilden, sind schlussendlich stärker als alle anderen.

            Just my 2 cents.

            In diesem Sinne beste Grüße,
            Mandy

    • Monika Giese
      Monika Giese sagte:

      Du sagst es – da gibt es Einiges, dem man durchaus zustimmen kann – und dann DAS! – Da fehlt dann eigentlich NUR noch die Empfehlung der „Grewe-Methode“ ………..

      Antworten
  5. Melanie Schauer
    Melanie Schauer sagte:

    Lieber Normen, ein absolut genialer, mir aus dem Herzen sprechender Text! Sehr sehr geil. um das mal so auszudrücken. Du sprichst genau das an, was ich seit einigen Wochen wieder sehr sehr stark bemerke. Eine falsch verstandene Tierliebe. Halter und Trainer die von Artgerechter Erziehung sprechen, die aber rein garnichts mit der Natur des Hundes zu tun hat.
    Ich würde mich sehr freuen wenn ich deinen Artikel auf meiner FB Seite posten dürfte.
    Ich freue mich auf mehr.
    Liebste Grüße
    Melanie Schauer

    Antworten
  6. Au weia
    Au weia sagte:

    Ja, so ist das. Und damit die Harmonie nicht durch pöbelnde Rüpel gestört wird, werden bei den regelmässigen „Unsere Hunde dürfen sich immer und überall frei entfalten“-Spaziergängen der sympathischen Hundeschule von nebenan pauschale Kastrationsempfehlungen für Rüden ausgesprochen.
    Begründung für die Kastration eines Rüden aus der Nachbarschaft: Wenn der Hund seine „Sexualität“ nicht ausleben kann, ist das nicht artgerecht. Heisst in der Konsequenz: Eier ab.
    Das ist natürlich wiederum total artgerecht. Und ja auch irgendwie total im Sinne des Hundes.

    Schlimm, wie die Realität so lange verbogen und verdreht wird, bis sie zum eigenen Weltbild passt. Das Internet gewährt einem da Einblicke, die man lieber nicht hätte.

    Antworten
  7. Reiner Muhn
    Reiner Muhn sagte:

    Das mit dem Zerpflücken und unendliche Diskussionen um die Quadratur des Kreises zum Thema Hund kenne ich auch genüge. Den obigen Artikel habe ich mit angenehmer Freude gelesen und ich würde ihn nicht verändern wollen. Das manche Hundehalter Probleme mit der Wahrheit und Realität in Bezug auf Ihre Hunde und deren Führung (bei manchen noch nicht mal das) haben ist bekannt. Beratungsresistenz an dem oberen Ende und ein überfordertes Etwas am unteren Ende der mitunter seltsam anmutenden „Seilschaft“, sofern überhaupt vorhanden. Mit „Canis“ versuche ich mich etwas wieder gedanklich anzufreunden aber sollte jemand der „Grewe-Fraktion“ in unser Revier auftauchen, könnten sich unsere Lieblinge entscheiden „offline“ zu gehen.
    Wie ich auch feststellte, Herr Mrozinski, haben wir gemeinsame Bekannte auf FB. ;-)
    Weiterhin viel Erfolg!
    Reiner Muhn
    GHA / DGHV

    PS: Der Service für Shitstorm-User ist genial. Hatte gestern erst wieder eine sehr ausladende Diskussion mit „Fachleuten“! Natürlich ohne Ergebnis. ;-)

    Antworten
  8. MS
    MS sagte:

    du solltest Schriftsteller werden und deine phantasievollen Texte, in die du offensichtlich eine Menge Zeit investierst, zu Geld machen.

    Antworten
  9. Sitta
    Sitta sagte:

    Hallo Normen,
    genial geschrieben und trifft den Nagel auf den Kopf. Weiter so. Leider gibt es zu viele Menschen, denen nie richtig erklärt wurde (so dass sie es auch verstehen) wie Hunde miteinander und untereinander kommunizieren. Auch ich musste das erst lernen. Für manche Kommentare kann man sich fast nur noch schämen.

    @ Stephanie und Mandy: Liebe Mädels, ich weiß ja nicht wie viele Hunde ihr habt, aber ich habe 4 und das nicht grade kleine. Ich wäre gern bereit mal einen Versuch mit euch zu starten. Ihr kommst mich besuchen und ich werde erst mal, wenn ihr vorm Tor stehst, die böse Nummer abziehen, so mit dem Hund klare Ansagen machen und dann kommst ihr rein und nichts passiert. Beim zweiten Mal, kommt ihr rein und ich mach duti duti und sage 1000 mal du musst aber jetzt ein lieber Hund sein und ich wette bevor ich 2 mal wiederholt habe: du musst aber jetzt ein lieber Hund sein, möchtet ihr beiden dann doch lieber, das ich meinen Hunden ein Rudelführer bin und klare Ansagen mache, OHNE meinen Hunden auf die Pfoten zu treten, oder ähnliches. Vielleicht mit einem BÄM, da Hunde das untereinander auch tun, aber ohne meine Hunde zu quälen oder zu verletzen. Denn ich glaub nicht das ihr so gern ihre Zähne in eurem Fleisch hättet. Ich finde sehr schade, das euer Verstand hier ausschaltet und ihr nicht den Unterschied zwischen „mit Hunden hundgerecht zu kommunizieren“ und Hunde quälen, misshandeln oder schlagen versteht. Hunde auf unsere menschliche Ebene hinab zu degradieren ist asozial. Hunde haben ein viel höheres Niveau der Kommunikation als wir Menschen. Wenn ihr eure Hunde liebt vermenschlicht sie nicht, sondern lernt und lest mal ein wenig mehr, was die Kommunikation unter Hunden bedeutet und dann, erst dann könnt ihr hier überhaupt eine Meinung fällen.

    @ Melanie Schauer, danke das du mir gezeigt hast wie es geht und ich nun in der Lage bin mit meinen Hunden wirklich klar zu kommen, was leider alle Hundeschulen mit duti duti und 500 gr Leckerlie nicht geschafft haben

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    • Tanja
      Tanja sagte:

      Finde ich immer wieder entzückend, wenn die Leute dann mit dem „Argument“ kommen: „Komme her, ich habe vier große Hunde und das geht nicht ohne *Haudrauf*…“
      Ganz ehrlich?
      Warum hat man dann vier (große) Hunde, wenn man es nicht schafft, auf Einschüchtern und andere UNNÖTIGE Dinge zu verzichten?
      Du hast doch etwas Fundamentales falsch gemacht, wenn du BÄM brauchst (scheinbar nach wie vor – und genau das ist das Problem mit allen aversiven Methoden – man muss sie bis zum KOLLAPS -erlernte Hilflosigkeit- wiederholen) – zumal du kein Hund bist und deshalb nur bedingt wie einer kommunizieren musst. Wie schaffen die Leute im WSC ein Rudel Wölfe ohne BÄM zu kontrollieren? Ich habs selbst am Freitag gesehen. Das sind richtige Leckerliwerfer. Die werfend ie Brocken Futter ins Gehege und die Wölfe schlagens ich nicht gegenseitig die Köpfe ein. Wölfe geben Pfote und berühren den Target-Stick.

      Ich finde es übrigens vermenschlicht zu denken, dass du mit ihnen „hundgerecht“ kommunizieren willst. Ode rgar, dass Hunde wissen könnten, wenn du sie „korrigierst“, dass sie etwas falsch gemacht haben.

      Übrigens hat diese Art des Trainings nichts mit „Du bist ein gaaaaaanz lieber Hund“ zu tun. Man bricht eine Reaktion auf, die durch bestimmte Auslöser hervorgerufen wird. Man konditioniert gegen die Erwartungshaltung. Diese Lerntheorie trifft auf ALLE Säugetiere zu und diese wird hier genutzt. Dass man bei „Primär)Bestärkern oft auf Futter setzt, rührt daher, dass das für viele Hunde ein toller Bestärker ist. Der Hund verdient sich sein Futter quasi selbst udn ich weiß einfach nicht, warum das immer niedergemacht werden muss.

      Frage dich doch einmal, warum du deine vier Hunde nur mit BÄM kontrollieren kannst? Wie kam es dazu, dass deine Hunde in bestimmten Situationen so reagieren? Warum ist denn der Weg, den Auslöser positiv zu besetzen so schlimm und uncool?

      Und ja, ich hatte einen bissigen Hund aus dem Tierschutz, der mit BÄM gelernt hat, Menschen zu beißen, um sich zu verteidigen. Hände waren für ihn BEDROHUNG.

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      • Normen
        Normen sagte:

        Mensch, Tanja, da hast du dir so viel Mühe gegeben und das. Text falsch gelesen. Also, lies Dir den Abschnitt doch noch mal gaaaanz genau durch, merkste was?
        Aber gerne erkläre ich meinen Hunden, dass sie aus dem Tierschutz kommen und gefälligst rücksichtsvoller miteinander umgehen sollen ;-)

        Antworten
        • Tanja
          Tanja sagte:

          Ich habe auf den Kommentar geantwortet. Also bitte, nochmals lesen.

          Ich weiß auch nicht, woher diese Mär kommt, dass wir irgendwas den Hunden erklären, wie kleinen Kindern. Das ganze nennt sich Gegenkonditionieren und dazu stehen viele Techniken offen, die man benutzen kann. Gewaltlose und auch aversive.

          *für nicht führ (so nebenbei, weil der Tippfehler peinlich ist)

          Und Hunde untereinander… das ist wieder eine andere Geschichte (innerartliche Kommunikation). Und warum, WEIL sie aus dem Tierschutz kommen?
          Ich weiß ganz ehrlich nicht, was du damit aussagen willst.

          Antworten
      • Antje Herchenhahn
        Antje Herchenhahn sagte:

        Tanja, hältst du das WSC für einen in irgend einer Weise angemessenen Vergleich? Gehst du davon aus, dass sie dort einfach einen Wolf an die leine nehmen, einen Rucksack Leckerchen aufschnallen und dann nach einer kleinen Spielrunde im Hundepark locker in der wiener Innenstadt ins Eiscafe gehen mit dem Wolf unterm Tisch? Die Tatsache, dass ein Zootierwärter ins Gehege kann sagt doch nichts darüber aus, dass er das Tier auch genauso gut zuhause halten könnte. Oder hältst du deinen Hund im Gehege?

        Antworten
        • Tanja
          Tanja sagte:

          Mir geht es um die Lernfähigkeit der Tiere und was man damit erreichen kann. Einen Wolf kann ich natürlich nicht mit in die Stadt nehmen (aber so nebenbei gibt es Leinenführungen der Wölfe im Wildpark Ernstbrunn :)) – weil er dafür gar nicht domestiziert ist. Das ist ja auch eine der Sachen, die hier gerne mal untergehen:
          Ein Hund muss mit Dingen zurechtkommen, die absolut unnatürlich sind. Wie will man dann natürlich, ganz hundlich (noch dazu als Mensch) mit ihm kommunizieren?
          Ich habe auch lange gebraucht, um das zu begreifen. Ich fahre damit viel besser als vorher. Das müsst ihr nicht, ganz sicher nicht. Mir geht es nur darum, dass ihr euch über Dinge lustig macht, die ihr offenbsichtlich nicht versteht. Anders kann ich mir die unfundierten, spöttischen Kommentare nicht erklären.

          Wenn ich einen Wolf aber dazu bringen kann, unnatürlich einen Target-Stick zu berühren und er Pfote macht, wieso kann ich einem Hund mit Hilfe der Lerntheorie nicht dazu bringen, dass er sich nicht mehr reaktiv in die Leine wirft, wenn er einen Artgenossen sieht?

          Antworten
          • Antje Herchenhahn
            Antje Herchenhahn sagte:

            Das Prinzip der Haltung in Ernstbrunn ist nicht die Bildung einer Lebensgemeinschaft sondern die Habituierung zum Zweck der Forschung. Konflikte, die in einem menschgeleiteten Lebensumfeld anfallen (Leute die man nicht mag, umgehen mit Enge oder Ressourcenverteilung (warum essen die Forscher wohl nicht bei den Wölfen?)) werden da bewusst ausgespart. Das kann man auch selbst in den Beiträgen, die von ihnen selbst veröffentlicht werden, sehen. Hat ein Wolf dir was stibitzt gibt es keine Möglichkeit, ihm das wegzunehmen. Dass vieles mit positiver Verstärkung funktioniert ist doch hier gar nicht die Frage.

          • Antje Herchenhahn
            Antje Herchenhahn sagte:

            Zum anderen Thema, dass man mit Hunden (im Übrigen mit Wölfen auch wie in Wolfpark/ indiana eindrucksvoll bewiesen wird) tatsächlich in ihrer Sprache kommunizieren kann ist nachgewiesen. Man muss sich halt die Mühe machen, die Sprache zu lernen. Das ist aber genau das Gleiche, wenn du ins Ausland fahren willst. Wenn du an Kommunikation interessiert bist, lernst du halt die Sprache. Oder im Inland: Die Tatsache, dass nicht jeder Körpersprache lesen kann beim Menschen heißt doch nicht, dass ers nicht lernen kann. Man muss es halt wollen und dann auch tun.

  10. karla frei
    karla frei sagte:

    ich lebe gut mit: bäm. weil: ich mag meine hunde. – und wir leben friedlich in einklang mit § 1,2,3, … trotz (oder gerade wegen?) klarheit.

    kommst du ungebeten rein: sowieso bäm. – an der mauer ist noch ein platz frei.
    schielst du mich scheel an: bäm, was sonst ? – wir können hinterher immer noch reden.
    stierst du sabbernd auf meinen napf/platz/wasauchimmer: doppelbäm. logisch !

    das schönste ist: meine hunde sind total klar in der birne, und das kann man sogar genießen. weiterhin ist besonders schön: wir leben m i t e i n d e r ohne das, was wir voneinander erwarten, erstmal umständlich in rüschen, schleifen und blümchenduft verpacken zu müssen.

    guter artikel – danke.

    Antworten
  11. Verena
    Verena sagte:

    Huch, Normen, nun bin ich bass erstaunt… was heisst das für den Auslandstierschutz, wenn die Hunde eben das Pech haben, ein paar Stunden weiter vom gelobten Land entfernt zu leben? Du bist doch selbst viele Touren von 26 Std gefahren, um eben doch den einen oder anderen nicht seinem Schicksal zu überlassen – siehst Du das im Nachhinein als Fehler an?

    Wieso eigentlich immer so schwarz-weiss was die Erziehung angeht? Nicht bei jedem Hund ist „BÄM“ richtig, vice versa „dutiduti“, da hört sich für mich „angemessen“ weitaus besser an. Für mich auch eine logische Sache, dass sich Hunde anpassen – wer „BÄM“ alltäglich hat, wird sich bei „dutiduti“ nicht angesprochen fühlen – Abstumpfung.

    So positiv wie möglich und so klar wie nötig…

    Antworten
    • Normen
      Normen sagte:

      Die Frage ist doch, was bedeutet das für die Hühner? Ist das nicht ein bisschen bigott? Aber so ist das, der eine wird gefüttert, der andere verfüttert …

      Antworten
  12. antonijo
    antonijo sagte:

    Hach ist das schön… Habe letztens ein paar Wölfe im Rudel gesehen (soll der Hund ja irgendwie mal was mit zu tun gehabt haben) die sich gegenseitig ins Poesie Album geschrieben haben und sich gegenseitig das Essen serviert haben.

    Und als der Leitwolf oder auch Rudelführer (den es ja nicht gibt) herausgefordert wurde hat er einfach ne Tüte Frolic rausgeholt und alles war gut. Hab ihm dann noch nen Klicker geschenkt, nur für den Fall, dass das Frolic mal alle ist. Ach ja, habe dem Wolf dann noch erklärt wie toll es klappt wenn man beides kombiniert!
    Mensch… war der mir dankbar. Tausende von Jahren hat die Natur alles falsch gemacht und dann kam diese simple „endlos gut zureden-futter werf-klick“ Methode. Tja, U can’t touch this!

    Musste die Tiere dann aber doch bei der Hundepolizei anzeigen weil sie sich beim spielen angesprungen, gebissen, gestupst und überrannt haben… wirklich übel…

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    • Melanie Schauer
      Melanie Schauer sagte:

      Ohman..zu später Stunde noch mal so ein Lacher!
      Danke Toni..!

      Die armen Hunde die du angezeigt hast, die bekommen jetzt sicher lebenslänglich..weil untherapierbar!..Aber vielleicht kann man es noch mal mit Sicherheitsverwahrung versuchen und täglichem lalalalalalala .. das könnte sie noch retten.

      Ich wünsch Euch ein schönes WE.

      Antworten
    • Tanja
      Tanja sagte:

      Dann hast du mal wieder das gesehen, was du wolltest (oder zusammengwürfelte Rudel in Gefangenschaft beobachtet – und selbst da ist derjenige, der sich so anderen Verhält meist nicht der „Alphawolf“, sondern der „Betawolf“).
      Die Leittiere (Elterntiere) in einem wilden Rudel müssen nur ganz selten „ihre Stellung klarmachen“ – stell dir vor, in der Familie Wolf kommt es sogar vor, dass sich der Papa bei seinen Welpen auf den Rücken rollt und sich beklettern lässt. Er würgt sogar Nahrung für sie hervor. Und wenn die Kleinen mal größer sind, wird auch ncoh gemeinsam gefressen oder die Kleinen haben den Vortritt. Der Papa ist nämlich so saucool, dass er es nicht nötig hat, um sein Essen zu kämpfen. Und genau das macht den Respekt aus, den er von der Familie entgegen gebracht bekommt. Er könnte durch diesen Respekt jederzeit seine Ressourcen einfordern, muss es aber nicht.
      Also, wenn du schon unbedint Wölfe als Vorbilder benutzen musst, dann mach es doch richtig. Hierbei ist natürlich ungut, dass Hunde keine Wölfe mehr sind und teilweise sich nicht einmal so verhalten und sich dem Leben mit SOZIALPARTNER Mensch angepasst haben.

      Und das Spielen, das gelegentliche Maßregeln oder auch die ein oder andere Unstimmigkeit… das nennt man „innerartliche Kommunikation“ und kann man nicht so einfach auf den Menschen übertragen (also Menschen, die mit ihrem Hund kommunizieren). Du verfügst weder den Körper noch über die Nuanciertheit, diese Kommunikation richtig auszuführen. Also musst du oftmals über Umwege kommunizieren.
      Ich habe es Normen bereits geschrieben und erlaube mir das zu kopieren:
      Beispiel:
      Ein Hund stürmt immer auf einen bestimmten anderen zu. Dieser quittiert das rüpelhafte Benehmen mit Luftschnappen und Anrempeln, mit Knurren und allerlei anderer Warnsignale. Nach einer bestimmten Zeit hat unser Rüpel gelernt, „DIESER Hund maßregelt mich, bei DIESEM Hund lasse ich das.“ (Ja, auch das ist Meideverhalten, bei EINEM BESTIMMTEN Aggressor) – bei allen anderen Hunden rüpelt er immer noch. Er müsste also entweder immer den Aggressor um sich haben oder mit allen Hunde die gleiche Erfahrung machen, bis sich das Meideverhalten wirklich generalisiert. Und so ist es auch, wenn Menschen ihren Hund strafen. Alle Menschen müssten immer strafen, um das Verhalten zu generalisieren.
      Und das ist wiederum das schöne bei Gegenkonditionierung mit positiver Bestärkung: Ich generalisiere gleich, weil ich nicht situativ Verhalten ändere, sondern die emotionale Ebene anspreche. Und das auch noch ohne Einschüchterung.

      Antworten
      • Normen
        Normen sagte:

        Liebe Tanja,
        nun habe ich ja deine ca. 4 Seiten starke Mail bekommen und deine bisher 15 Kommentare gelesen, dehalb verstehe diese Antwort als DIE Antwort auf alle Deine Äußerungen – zumindest von meiner Seite aus.

        Bestimmt hast Du im einen oder anderen Bereich vollkommen recht, ich habe nur EIN einziges Problem damit. Deine Aussagen sind dermaßen missionarisch und dogmatisch formuliert, dass Du dich leider komplett selbst disqualifizierst. Das sage ich als Pädagoge und werfe mal den Begriff der „radikalen Akzeptanz“ in den Raum. Das darfst du gerne mal googlen!

        Denn, wenn eines im Zusammenleben oder in der Arbeit mit irgendeinem Lebewesen keinen Platz hat, dann ist es Dogmatismus. Also, tritt irgendeiner Sekte bei oder gründe deinen eigenen persönlichen Verband.

        Aber eine wie auch immer geartete Diskussion ist nur möglich, wenn andere Meinungen auch akzeptiert werden. Da dies nicht der Fall ist, wundere Dich bitte nicht, wenn niemand wirklich auf Dich eingeht.

        Oder um es mit einem Zitat einer – auch von dir – anerkannten Expertin zu sagen:
        „Ich will so bleiben wie ich bin – ihr dürft auch!“

        In diesem Sinne, schönes Wochenende!

        Antworten
        • Sitta
          Sitta sagte:

          Normen, deine antworten sind einfach genial. Du lässt dich nicht zu irgendwelchen verbalen Schlägen unter die Gürtellinie herab und deine Ansagen sind klar und definitiv. So soll es sein. Gefällt mir sehr.

          @ Tanja, leider liest du nicht richtig. Wenn du immer wieder unterstellst das bäm bedeutet den Hund zu schlagen und einfach nicht verstehst, dann gehörst du leider auch zu denen, die kleinhirnig sind. Wie kommst du nach dem was ich geschrieben habe nur darauf, dass ich meine Hunde einschüchtern müsste??? Das ist ganz und gar nicht was ich tue und das ist das Problem. Du interpretierst selber etwas in meine aussage, was da gar nicht steht und auch nicht gemeint ist. Ich mache meinen Hunden klare Ansagen und wie kommst du darauf ein Hund wurde eine Korrektur nicht verstehen? Wenn man sie richtig anwendet im richtigen moment (so wie es auch ein Rudelführer tun würde in einem Moment wo sich ein niederes Rudelmitglied etwas rausnimmt, was seinem Status nicht entspricht) ist dem Hund völlig klar was gemeint ist.

          Was das Leckerlie schmeissen anbelangt, klar auch ne Möglichkeit, aber es ist etwas anderes einen Hund zu haben der Futtergebunden konditioniert ist oder einen zu haben der dich respektiert und dir bedingungslos vertraut. Was passiert denn wenn ich Hunde habe die draußen kein Leckerlie nehmen? Schlecht, oder???

          Ach ja und meine Hunde sind sooo eingeschüchtert von mir, dass sie um die Wette buhlen, wenn ich mich hinlege, wer mit mir schmusen darf oder wer mit mir kontaktliegen kann. Ja sie haben eben furchtbare Angst vor mir.

          Antworten
        • Tanja
          Tanja sagte:

          Finde ich ja wieder einmal typisch, dass mir nur schnippisch geantwortet wird, völlig ohne Gegenargumente, nur damit noch einmal was nachgelegt wurde.
          Dabei bin keinesfalls dogmatisch und gegen die Extrem-Wattebauschfraktion, die meint, auch nur ein schiefer Blick würde Hunde nachhaltig schädigen. Sie haben nur mit einem Recht: Mit solchen Blicken kannich die momentane Situation händeln, eine Verhaltensänderung bringt es nicht. Das ist der einzige Punkt, um den es mir geht. Es geht nicht darum, ob und wie Aversivreize funktionieren, das tun sie, aber sind sie wirklich das, was ich möchte? Sind sie überhauot dazu geeignet meine Ziele zu erreichen?
          Übrigens schrieb ich auf einem anderen Blog, der ähnlich „schlagfertig“ und „witzig“ aufgebraut ist, für meinen Dogmatismus ein „klasse geschrieben“. Sehe ich nur als Beleg für die subjektive Empfindung.

          Ich habe dir, Normen, absichtlich eine E-Mail zukommen lassen, um keinesfalls irgendwelche Leser deines Blogs eine mögliche Diskussion torpedieren zu lassen. Ich bemühe mich so sachlichw ie nur igrnedmöglich zu antworten, zu schreiben – nur um dann als missonarischer Dogmatiker hingestellt zu werden? Ich kann es das nächste Mal mit Spott und Zynismus versuchen, vielleicht bin ich dann ein vollwertiger Diskussionspartner in deinen Augen.

          @Sitta
          Dann lies bitte noch einmal den Kontext und sage mir dann, wie man in diesem Zusammenhang nicht darauf kommen soll, dass BÄM Aversivreize sein sollen.

          Ich habe nicht gesagt, dass die „Korrektur“ nicht verstanden wird, in deinem Sinne. Natürlich versteht er, dass du dies und jenes nicht haben willst. Wenn du oft genug als Aggressor auftrittst (deshalb auch das Beispiel mit den maßregelnden Hunden!), wird ers lassen (Meideverhalten). Aber er lernt nicht, WAS falsch ist, WARUM und was STATTEDESSEN gewünscht ist: Wenn man Glück hat, macht der Hund automatisch das Richtige. Deshalb denken viele, das sei ein guter Lösungsansatz. Verstehe ich. Bei „normalen Hunden“ funktioniert es gut, da sie so souverän sind, das wegzustecken.
          Allerdings bist du kein Hund und kannst auch nur bedingt so kommunizieren, dazu gehört auch das richtige Timing und die Feinheit der Strafe. Ich würde mir nicht zutrauen, zu sagen, dass ich richtig „korrigieren“ kann, wie der Rudelführer – der, mit Verlaub, ganz ohne dogmatisch zu werden, gar nicht so viel maßregelt, wie ein Mensch es scheinbar nötig hat. Eigentlich maßregeln sie so gut wie gar nicht. Müssen sie auch nicht, den Rudelführer ist es nämlich schnuppe, wenn einer jagen geht und einem Reh nachstellt. Der hat es auch nicht mit Leinenkontakten zu tun, oder mit rudelfremden Hunden tagtäglich. Auch nicht mit Autos oder anderen Menschen.
          Und ich frage mich, was ein „niederes Rudelmitglied“ sich nicht herausnehmen dürfe, was der Rudelführer auch noch sofort korrigiert? Und da fragt ihr euch, wie ich dazu komme, zu glauben, dass BÄM Aversivreiz bedeutet?

          Ich habe zwei Hunde, einer davon nahm lange Zeit draußen gar keine Leckerlis und wenn dann waren sie ein schlechter Bestärker. Ich bin bei ihm auf funktionale Bestärker umgestiegen, und habe das Schnüffeln konditioniert. Man muss nur ein wenig kreativ sein.

          Vertrauen und Respekt ist absolut wichtig, aber ist das für mich nun kein Trainingsansatz, wenn es um Verhaltensänderung geht. Das ist schon alles. Ich kann einen Leinenpöbler nicht mit Vertrauen und Respekt heilen. Da wird mir auch der gute Normen zustimmen, ganz gleich wie missionarisch ich bin. Denn ein Hund ist nicht leinenaggressiv, weil er den Hundeführer (ja, ich benutze dieses Wort) unzureichend respektiert. Irgendwann hat sich diese Reaktion einfach konditioniert und da hilft die Beziehung zum Hund nicht mehr viel, wenn der Hund einfach nur noch durch den Auslöser ausrastet.
          Ich bin ein großer Fan von Methoden, die auf der Lerntheorie basieren, vornehmlich positiv bestärkend, allerdings benutze ich ganz „klassische Kommunikation“, wenn es um das tagtägliche Zusammenleben mit den Vierbeinern geht (auch wenn ich gerne Verhalten einfange und markere). Ich benutze nur besagte Techniken, um Verhalten zu ändern (aggressives Verhalten in meinem Fall) bzw. Vehaltensketten aufzubauen (Jagdverhalten als Beispiel).

          Antworten
  13. Stefan
    Stefan sagte:

    Nichts als die halbe Wahrheit – hat bei mir den vollen Lacher gebracht
    wobei einige Kommentare auch köstlich sind

    Antworten
  14. Tanja
    Tanja sagte:

    @Antje
    Niemand hat gesagt, dass man „GAR“ nicht mit Hunden in ihrer Sprache kommunzieren kann – ich habe betont, dass es BEDINGT möglich ist. Vieles aber ist dir als Mensch eben nicht möglich. Hast du eine Rute? Has du so bewegliche Ohren? Hast du einen Fang? Kannst du die Lefzen, die du nicht einmal hast, so nuanciert hochziehen, wie ein Hund? Hast du ein Fell, das du sträuben kannst? Hast du vier Pfoten? Siehst du überhaupt jede Nuance der Beschwichtigung? Ich halte es für fatal, einfach mal unreflektiert zu behaupten, man könne uneingeschränkt wie ein Hund kommunizieren. Aber bitte, mache dir nur weiter vor, das sei erlernbar, auch wenn dir körperlichs chon eine Menge Rüstzeug fehlt. Das wäre, als würd eich einem Zungenlosen sagen, er könne mit etwas Mühe schon jede Sprache lernen.

    Natürlich ist Ernstbrunn keine wilde Natur. Es geht mir auch gar nicht um die Bedingungen, sondern ums Lernverhalten – zumal unsere Hunde ja sowieso nicht „draußen in der Natur leben“, sondern mit uns, in einer künstlichen Umwelt.

    Ah ja, vielleicht solltest du dir das zum Thema Ressourcenverteidigung bei Wölfen durchlesen bzw. warumd ie Forscher nicht mit Wölfen essen:
    http://www.easy-dogs.net/home/blog/training/gastautor/marina_frei/woelfe_frei.html

    Antworten
    • Antje Herchenhahn
      Antje Herchenhahn sagte:

      Tanja, du hast bemerkt, du würdest hier nur schnippische Antworten bekommen. Ob es einen denkbaren Zusammenhang gibt mit der Tatsache, dass du jedem, der sich auf eine Diskussion mit dir einlässt, erst mal klar vermittelst, dass er/ sie natürlich keinerlei Ahnung von dem Thema hat? Ob du es glaubst oder nicht, ich beschäftige mich schon lange mit körpersprachlicher Kommunikation und es ist absolut nicht notwendig, physisch ein Hund zu sein um körpersprachlich differenziert zu kommunizieren. Wenn man die Struktur von Körpersprache versteht ist eine Übertragung für andere körperliche Ausstattungen absolut möglich, von der Tatsache mal abgesehen, dass auch nicht alle Hunde physisch identische Ausstattungen haben und trotzdem miteinander kommunizieren können, wenn auch nicht uneingeschränkt. ;-)

      Antworten
      • Tanja
        Tanja sagte:

        Das heißt dennoch nicht, dass du es adequat können kannst. Es ist einfach nur bedingt möglich, das hat nichts mit Besserwisserei zu tun, das ist Fakt. Und umso mehr man das verstehen WILL, um so eher geht man von dieser Pseudo-Natürlichkeit weg. Ich habe nie behauptet, dass es nicht möglich ist, überhaupt köpersprachlich zu kommunizieren – ich tu es doch selber. Mit Blicken, mit Gesten. Ich nutze Beruhigungssignale, wenn es sein muss (also die, die ich als Mensch ausführen kann).

        Wenn wir aber von reaktiven Verhalten sprechen, können wir körpersprachlich nicht therapieren. Das ist der Punkt. Da steht uns konditioniertes Verhalten entgegen, das nicht einfach mal so durch Körpersprache geändert werden kann. GENAU das ist doch das Problem.

        Ich clickere auch nicht jedes kleine „Ding“. Aber gerade die großen, komplexen.

        Antworten
          • Antje Herchenhahn
            Antje Herchenhahn sagte:

            Körpersprache und ihr kommunikativer Einsatz ist nicht pseudo-natürlich. Im Gegenteil, wenn du dich damit befassen würdest würdest du feststellen, dass Körpersprache auch bei Menschen die natürlichste Kommunikationsform ist. Sämtliche Funktionen, die zu körpersprachlichem Ausdrucksverhalten führen sind sowohl bei Menschen wie auch bei Hunden (und anderen Säugetieren) vorhanden. Die Unterschiede sind quantitativer und nicht qualitativer Natur. Kommunikation mittels Körpersprache setzt sich zusammen aus unwillkürlichen Körperreaktionen, die eine reflexartige Reaktion auf die Situation sind und intentionalen Muskelbewegungen mit kommunikativer Absicht. Diese kommunikativen Bewegungen sind nicht an einzelne Merkmale geknüpft sondern haben verschiedene Formen der Codierung. So gibt es nicht nur ein einziges Signal beispielsweise für Spielintention sondern verschiedene, die wiederum in verschiedenen Intensitäten und Kombinationen gezeigt werden können. Anders wäre es gar nicht möglich, dass die unterschiedlichen Hunderassen mit ihren sehr verschiedenen Phänotypen miteinander kommunizieren könnten. Darüber hinaus wären Beobachtungen wie die, dass Wölfel persönliche Beziehungen beispielsweise zu Rabenvögeln aufbauen, die von ihrer Anatomie her den Wölfen ja noch wesentlich ferner stehen als der Mensch, überhaupt nicht erklärbar.

            Intentionale kommunikative Signale müssen trainiert werden, das kann man immer wieder an Hunden beobachten, die nicht die Möglichkeit hatten, Kommunikationssituationen zu üben. Meine Erfahrung ist, dass körpersprachliche Kommunikation selbst mit Hunden, die keine Erfahrungen mit Menschen haben, hervorragend funktioniert. Und das Ausdrucksvermögen geht weiter über so banalen Kram wie komm her oder geh weg hinaus. Man muss sich halt die Zeit nehmen und die Mühe machen, Körpersprache zu lernen. Das ist aber selbst dann aufwändig, wenn man die Körpersprache von Menschen lesen lernen möchte.

  15. Tanja
    Tanja sagte:

    Nein, aber die Annahme zu glauben, dies sei ausreichend, um Verhalten zu ändern, das ist nicht nur pseudo-natürlich, sondern gefährlich.

    Körpersprache zwischen Menschen ist innerartliche Kommunikation (wieso muss ich das eigentlich ständig betonend wiederholen? Kein Wunder, dass ich missionarisch und wasweißich rüberkomme, wenn ich jedesmal erklären muss, dass Mensch-Hund-Kommunikation nicht innerartlich ist udn deshalb nuir bedingt greift!), und steht doch deshalb weder zur Debatte, noch ist sie ein wertiger Vergleich.
    Natürlich kann ich bedingt mit meinem Hund hundlich kommunizieren, der Hund hat ebenfalls über all diese Jahrtausende gelernt, den Menschen bedingt zu lesen. Nur das hilft dir bei einem Hund, der bereits reaktiv ist, herzlich wenig. Denn der erkennt keine körpersprachliche Kommunikation mehr, wenn er über der Reizschwelle ist. Deswegen bellen, beißen, rasten die vollkommen aus und lassen sich von ihren Artgenossen kaum „runterbringen“. Der reaktive Hund, den ich habe, hat es nicht einmal geschafft, das Bellen einzustellen, obwohl mein anderer sämtliche Demutsgesten gezeigt hat. Davon rede ich. Nicht einmal innerartlich schafft ein Hundn da eine Verhaltensänderung, jedenfalls keine generalisierte. Also kann ich mir kaum die Körpersprache zu Nutze mache, die ich sowieso nur bedingt sprechen KANN (Auch du bis nur bedingt befähigt, auch wenn du das nicht wahrhaben willst. Die Leute, die glauen,s ie seien ach so natürlich mit ihren Hunden, sind meiner Meinung nach die schlimmsten…)

    Ich habe dir nun schon gefühlte hundert Mal gesagt, dass es mir bewusst ist, dass Hunde durchaus verstehen, wenn wir versuchen hundlich zu kommunizieren, allerdings ist es begrenzt udn immer grobschlächtig. Und deswgeen würd eich mich darauf nicht verlassen, sondern eine Sprache finden, die beide Parteien gut verstehen.

    Antworten
    • Antje Herchenhahn
      Antje Herchenhahn sagte:

      Tanja, viel Spaß bei deiner Suche nach Hund-Mensch-Esperanto, aber in deinem Film spiele ich nicht mehr mit. Offenbar hast du ja schon alle Informationen und Erfahrungen gesammelt, die es zu machen gibt, behalt sie gerne für dich und werde glücklich damit.

      Antworten

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