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Unter Hundetrainern scheint es alter Väter Sitte zu sein, jeden Anlass zu nutzen, um der Konkurrenz einen mitzugeben. Zuletzt durfte das „Die Hundeflüstererin“ erleben. Eine Sendung des ZDF, welches ja für besonders blutrünstige und unseriöse Berichterstattung bekannt ist, in der ein Kamerateam Frau Nowak bei der Arbeit begleitet hat. Sofort fanden sich jede Menge empörte Menschen, die unsägliche Tierquälerei gesehen haben wollten und sofort eine Petition ins Leben gerufen haben, um dem Intendanten des Senders mal so richtig die Meinung zu geigen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, wer sich so alles an dieser Petition beteiligt hat. Da sind sich so manche prominente Gesichter sich nicht zu schade, um ihren Namen für die vermeintlich „gute Sache“ herzugeben. Ob es diesen Menschen wirklich um die armen Hunde geht, darf durchaus bezweifelt werden.

Nun habe ich mir gedacht, das probierste auch mal aus und habe ebenfalls eine Petition ins Leben gerufen. Und da mir gerade kein Hundetrainer eingefallen ist, den ich gerade dissen will, habe ich der Einfachheit halber eine Petition gegen mich selber eingereicht.

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Um eine Petition zu starten reicht es aus, über einen Facebook-Account zu verfügen, mit dem man sich bei Change.org einloggen kann. Das System überprüft weder die Identität noch den Inhalt und hat auch nicht gemerkt, dass ich Petitionsstarter und -Empfänger in Personalunion bin. Aber egal, also habe ich einfach mal einen möglichst blödsinnigen Text eingegeben, vielleicht überprüft ja irgendjemand, gegen wen oder was ich aufbegehre:

Normen soll es lassen – egal was!

Weil er mal wieder so dermaßen tierschutzrelevant und obendrein peinlich war, er total unwitzig ist und obendrein klotzenhohl, sollte er in Sack und Asche kriechen und sich in den Schlaf weinen. Unmöglich, wir sagen Pfui, Herr Mrozinski, Pfui!

Folgende Nachricht wird mir geschickt, wenn jemand die Petition unterzeichnet:

Empfänger:
Normen Mrozinski
Erstens bist du sowas von tierschutzrelevant, zweitens siehst du echt doof aus und drittens hast Du Mundgeruch und Schweissfüße!

Mit freundlichen Grüßen
[Ihr Name]

Nix ist. Und siehe da, mit ein bisschen Unterstützung der sozialen Netzwerke finden sich schon jetzt über 30 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner, die mein Anliegen unterstützen. Allerdings habe ich den Eindruck, dass die meisten glauben, dass es sich dabei nur um einen Spass handelt. Doch Glücklicherweise gibt es dann doch noch einige verantwortungsbewusste Tierschützerinnen, die mir ordentlich die Meinung geigen. So schreibt Jessica R. als Begründung für ihren unermüdlichen Online-Einsatz für eine bessere Welt:

Wer Hunde schlecht behandelt soll es lassen – egal was!

Wahnsinn! Nur noch gut 1960 Unterschriften und ich muss es lassen – egal was!

6 Kommentare
  1. Thorsten K.
    Thorsten K. sagte:

    Ja genau Herr Mohrpilinski, jetzt lassen Sie’s endlich mit Ihren unsäglichen Schweißfüssen. Kaffee kochen können sie auch nicht und ein beschissener Wattebällchenwerfer sind Sie sowieso anerkanntermaßen – das weiß jeder in Niederlauken! Und Ihre blöde Petition zeichne ich nur deswegen nicht, weil ich gerade eine Petition gegen change.org gestartet habe. Die sind nämlich auch blöd, blöd, blöd. So!!!

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  2. Birgit
    Birgit sagte:

    Ich habe zwar bei Frau Nowak keine „unsägliche Tierquälerei“ gesehen aber dafür diverse Aussagen, die definitiv falsch sind und daher nicht im Fernsehen an die Allgemeinheit weiter gegeben werden sollten.
    Beispiele: Frau Nowak sagt, dass ein Hund genau zwei Möglichkeiten hat, auf Angst zu reagieren (Angriff oder Flucht) dabei sollte eine „Hundeflüsterin“ schon mal was von den 4 F gehört haben (fight, flight, flirt, freeze). Dann erzählt sie bei der Angstmaus am Anfang, dass dieser Hund vermutlich als kleiner Welpe depriviert aufgewachsen wäre und nichts kennen gelernt hätte. Eine „Hundeflüsterin“ müsste wissen, dass Defizite in der sensiblen Phase nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Ein Hund, der sich – nach einem deutlichen Verbot anzugreifen – entspannt hinlegen kann (so erklärt sie das selbst), KANN nicht als Welpe depriviert aufgewachsen sein. Dieser Hund zeigte lediglich eine „erlernte Taktik“ um sich andere Hunde oder Menschen vom Leib zu halten.
    Ja – ich gehöre auch zu denen, die sich darüber aufregen, dass im Fernsehen an Menschen, die etwas lernen wollen, falsche Informationen übermittelt werden.
    Allerdings habe ich es leider versäumt die Petition zu unterschreiben *schäm*.

    Also Normen – lass es – egal was, sonst muss ich Dich mit Wattenbäuschchen bewerfen ;-))

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    • Normen
      Normen sagte:

      Hi Birgit,
      das einige der Aussagen sicherlich diskutierbar sind steht ausser Frage. Ich wäre mit solchen Begrifflichkeiten wie Deprivationsschäden etc. auch immer sehr, sehr vorsichtig – vor allem, wenn eine Kamera läuft. Aber würde man gegen jeden, der fragwürdige Aussagen tätigt, eine Petition anstrengen, dann wäre die Tagesschau doch Opfer Nummer 1, immerhin lassen die Politiker zu Wort kommen ;-)

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